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Der Roggenmarkt

Hier finden Sie einen ausführlichen Artikel zur Roggenvermarktung 2009.

Anbauflächen 2009

Anbauflächenentwicklung (statistisches Bundesamt, 2009)

Im Herbst 2008 wurden in Deutschland auf rund 740.800 ha Roggen ausgesät. Mit 0,6 % ist dies ein geringer Flächenzuwachs zum Wirtschaftsjahr 2007/2008 (736.000 ha), wie das statistische Bundesamt mitteilt.

Preisentwicklung

Entwicklung der Brotgetreidepreise (ZMP, 2009, Auszug)
Entwicklung der Futtergetreidepreise (ZMP, 2009, Auszug)

Der weltweite Getreidehandel erlebte in den vergangenen Monaten ein extremes Auf und Ab.

Erst wurden zur Ernte 2007 vergleichsweise geringe Getreidemengen mit ungewohnt hohen Preisen vergütet. So folgte jedoch zur ertragreichen Ernte 2008 ein tiefer Preissturz.

Auch in Zukunft werden Landwirte sowie die vor und nach gelagerte Industrie mit stark volatilen Märkten umzugehen haben.

Die Nutzung der vorhandenen Ressource „Boden“ und dessen Ertragspotenzial rücken stärker in den Fokus zur Sicherstellung von Nahrungsmitteln und zunehmend auch Energie.

Verbrauch


*Bioethanol und Biogas zusammen, Schätzungen (KWS LOCHOW, 2008/2009)

Die Nachfrage nach Brotroggen in Deutschland ist vergleichsweise konstant. Der Bedarf beläuft sich auf rund 900.000 t jährlich. Um sich ihren Mengen in einer guten Backqualität zu sichern, bieten bereits viele Mühlen zunehmend Anbau- bzw. Abnahmeverträge für Brotroggen an.

Ins Futter wandert die meiste Menge des Roggens in Dutschland.
Die deutsche Mischfutterindustrie verarbeitete im Wirtschaftsjahr 2007/2008 (Juli 2007 bis Mai 2008) knapp 581.000 t Roggen. Von Juli bis Oktober 2008 flossen bereits 306.000 t Roggen ins Mischfutter. Es bleibt abzuwarten, wie sich der Verbrauch weiter entwickelt.

Eine schwer zu erfassende Menge an Roggen wird auf den Höfen verfüttert. Es wird angenommen, dass die Hoffütterung in den letzten Jahren zugenommen hat. In diesem Wirtschaftsjahr werden schätzungsweise 1,1 Mio. t Roggen bundesweit in die hofeigenen Mischungen fließen. Besonders auf den leichten und mittleren Böden erzielt Roggen im Vergleich zu den anderen Getreidearten höhere Kornerträge und damit höchste Energieerträge je Hektar.

In Deutschland werden jährlich insgesamt etwa 20 Mio. t Getreide verfüttert. Aufgrund seines hohen Futterwertes sowie seiner hohen Produktivität und Flächeneffizienz im Anbau kann der sich aktuell auf 1,5 Mio. t belaufende Roggenanteil im Futtergetreide verdoppeln oder gar verdreifachen.

Ein weiterer Absatzkanal ist die Bioenergie. Roggen hat sich bereits in vielen Anlagen als Biogassubstrat etabliert.

Nach einigem Auf und Ab gewinnt die Ethanolgewinnung aus Roggen in diesem Jahr wieder an Bedeutung. Mussten die Hersteller im vergangenen Wirtschaftsjahr die Produktion aufgrund der hohen Marktpreise auf andere Rohstoffe umstellen oder ganz einstellen, so erlebt die Nachfrage der Industrie in diesem Jahr einen leichten Aufwind.